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Ungelöster Bierkönig-Mord auf Mallorca wird Thema bei „Aktenzeichen XY“

Einer der bekanntesten ungeklärten Kriminalfälle Mallorcas rückt erneut in den Mittelpunkt: Am Mittwoch, 7. Oktober 2026, berichtet das ZDF in einer internationalen Sonderausgabe von „Aktenzeichen XY… ungelöst“ über den Dreifachmord, der seit fast drei Jahrzehnten mit dem Bierkönig verbunden ist.

Bei dem Verbrechen verloren der damalige Bierkönig-Betreiber Manfred Meisel, sein achtjähriger Sohn Patrick und die auf dem Anwesen beschäftigte Claudia Leisten ihr Leben. Bis heute ist nicht geklärt, wer für die Tat verantwortlich war.

Die Sendung beginnt um 20:15 Uhr und wird von Rudi Cerne moderiert. Die Ermittler erhoffen sich von der erneuten öffentlichen Aufmerksamkeit Hinweise, die möglicherweise doch noch zur Aufklärung des Falls beitragen können.

Das Verbrechen ereignete sich im November 1997

In der Nacht zum 12. November 1997 kam es auf einer Finca bei S’Aranjassa zu dem tödlichen Angriff. Der Ort liegt im Süden Mallorcas, nicht weit von Palma und der Playa de Palma entfernt.

Auf dem Anwesen lebte Manfred Meisel, der damals den Bierkönig an der Playa de Palma führte. Dort befand sich außerdem eine größere Vogelzucht, um die sich unter anderem Claudia Leisten kümmerte.

Am Morgen nach der Tat wurden Meisel, sein Sohn und die Mitarbeiterin tot aufgefunden. Alle drei waren erschossen worden. Die Vorgehensweise ließ nach Einschätzung der Ermittler vermuten, dass die Tat vorbereitet und gezielt ausgeführt worden war.

Die Nachricht löste auf Mallorca große Bestürzung aus. Besonders im Umfeld der Playa de Palma war Manfred Meisel vielen Menschen bekannt. Der Bierkönig hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits zu einer festen Adresse für deutsche Urlauber entwickelt.

Unterschiedliche Vermutungen zum Motiv

Im Laufe der Ermittlungen wurden mehrere mögliche Hintergründe geprüft. Eine eindeutige Erklärung für die Tat konnte jedoch nie gefunden werden.

Zu den diskutierten Möglichkeiten gehörte ein Raubüberfall. Ebenso wurde untersucht, ob geschäftliche Konflikte oder persönliche Auseinandersetzungen eine Rolle gespielt haben könnten. Auch das damalige gastronomische Umfeld an der Playa de Palma geriet in den Blick der Ermittler.

Ein weiterer Ansatz betraf die Vogelzucht auf Meisels Finca. Die dort gehaltenen Papageien sollen zum Teil sehr wertvoll gewesen sein. Daher wurde geprüft, ob die Tat mit dem Handel seltener Vögel oder mit kriminellen Strukturen in diesem Bereich zusammenhängen könnte.

Darüber hinaus stand die Frage im Raum, ob es sich um eine professionell ausgeführte Auftragstat gehandelt haben könnte. Trotz zahlreicher Ermittlungen ließ sich keine der verschiedenen Theorien zweifelsfrei bestätigen.

Ermittlungen in Deutschland laufen weiter

Obwohl das Verbrechen auf Mallorca geschah, beschäftigen sich weiterhin deutsche Behörden mit dem Fall. Hintergrund ist die deutsche Staatsangehörigkeit von Manfred Meisel.

In Spanien kann die Tat aufgrund der dort geltenden Verjährungsregeln inzwischen nicht mehr auf die gleiche Weise verfolgt werden. In Deutschland verjährt Mord dagegen nicht. Deshalb führt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ihre Ermittlungen fort.

Fast 30 Jahre nach dem Verbrechen könnte die erneute Ausstrahlung entscheidend sein. Menschen, die 1997 etwas beobachtet oder später von möglichen Hintergründen erfahren haben, könnten sich nun an die Behörden wenden. Auch Personen, die damals aus Angst oder Loyalität schwiegen, könnten heute zu einer Aussage bereit sein.

Hoffnung auf bislang unbekannte Hinweise

Cold Cases werden manchmal erst viele Jahre später gelöst. Neue Zeugenaussagen, veränderte persönliche Beziehungen oder Fortschritte bei der kriminaltechnischen Auswertung können dazu führen, dass alte Spuren plötzlich eine neue Bedeutung erhalten.

Genau darauf hoffen die Frankfurter Ermittler im Fall des Bierkönig-Mordes. Die Fernsehsendung soll den Fall noch einmal einem großen Publikum bekannt machen und Menschen erreichen, die bislang nicht befragt wurden oder ihr Wissen noch nicht weitergegeben haben.

Ob sich daraus eine neue Spur ergibt, ist offen. Die Ausstrahlung zeigt jedoch, dass der Mord an Manfred Meisel, seinem Sohn Patrick und Claudia Leisten auch nach fast drei Jahrzehnten nicht zu den Akten gelegt wurde.

Sendetermin: Mittwoch, 7. Oktober 2026
Beginn: 20:15 Uhr
Sendung: „Aktenzeichen XY… International“
Sender: ZDF

Das Bild über diesem Beitrag zeigt den Moderator von Aktenzeichen XY, Rudi Cerne. Bildquelle: ZDF / Nadine Rupp